Schköna im Wandel der Zeiten

Ersterwähnung unter dem Namen Skogen in der Meißner Bistumsmatrikel von 1346. In der Meißner Bistumsmatrikel werden die bischöflichen Einkünfte aus den einzelnen Parochien verzeichnet. Im Verzeichnis unter dem Archidiagonat Bad Düben steht Skogen, das
1 1/2 Mark zu den bischöflichen Einkünften beisteuern mußte.

Der Ortsname Skogen ist slawischen Ursprungs, der bislang keine Erklärung fand. Er wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu Skony, Schkon, Schköen und um 1600 endgültig zu Schköna

Schköna wurde im 30 jährigen Krieg völlig zerstört. Die Kirche wurde um 1638 bei der Plünderung durch die Schweden ein Raub der Flammen. Um 1670 wurde sie wieder errichtet, 1864 wurde der alte Turm abgebrochen
nach Neuerrichtung des Turmes spendete Baronin Amalie von Bodenhausen die neuen Glocken

Durch lagerndes französisches Militär vor der Völkerschlacht bei Leipzig verlor das Dorf fast alles Vieh und erlitt große Verluste

Über Jahrhunderte hinweg wurde das Leben in Schköna geprägt durch das feudale Rittergut mit Schloß und Park. Besitzer war nach 1500 die reich begüterte slawische Adelsfamilie Rabiel zu Pouch. 1728 kaufte Graf Ludwig zu Solm das Gut für 20.000 Taler. 1827 kam es in den Besitz der Familie von Bodenhausen

Mit der Bodenreform 1945 wurde das Gut aufgeteilt. Wirtschaftsgebäude, Äcker und Wiesen gingen an Neubauern bzw landarme Bauern. Aus dem Schloß wurde ein Kinderheim bis 2001 von da an stand es leer bis zum Verkauf 2005 und erhält jetzt eine neue Nutzung.
Wald und Forsthäuser wurden von der Oberförsterei Tornau übernommen

Die heutige Heideschule wurde in den Jahren 1855/56 errichtet, die Baukosten betrugen damals 2.925 Taler, 50 Taler Nachschlag 60 Taler 10 Schillinge Schuleinrichtung
Die Sanierung 1992 kostete ca 700.000 DM

Historisches Handwerk
Die Einwohner ernährten sich in der Vergangenheit von den Erträgen aus Wald und Feld. Typische Berufe: Köhler, Splittmacher Holzfäller, Sammler von Beeren und Pilzen; Handwerksmeister: Böttcher, Schmiede, Zimmermeister, Leineweber, Töpfermeister, Baumeister, Schuhmacher, Schankwirte, Schneider

Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Handwerker durch die aufkommende Industrialisierung verdrängt. Um 1815 gab es in der Umgebung das königliche Alaunwerk, das Eisenhammerwerk,die Tuchmacherei in Bitterfeld, die Tabakverarbeitung in Gräfenhainichen


1840 wurde die erste Braunkohlengrube in der Nähe vom Bauerhaus an der Wilhelmsgrube errichtet. 1890 befand sich dort eine Ziegelei mit Wohnstätte. 1915 wurde das Kraftwerk Zschornewitz erbaut und die Grube Golpa aufgeschlossen.

Die Verkehrsverbindungen veränderten sich. 1859 wurde die Bahnstrecke Leipzig Berlin in Betrieb genommen. 1906 bis 1908 befestigte man die Chaussee zwischen Gräfenhainichen und Schköna. Es wurden im Ort die Straßen gepflastert und man legte Bürgersteige an. 1943 wurde die Landstraße nach Schmerz gebaut.

Die historische Kirche in Hohenlubast
Eine bauliche Sicherung der Kirche erfolgt im Jahr 2002 durch die Gemeinde Schköna.
Weitere Erhaltungsmaßnahmen bis hin zu einer neuen Nutzung durch die Bürger der Gemeinde wird in den nächsten Jahren nicht erfolgen, da die beantragten Fördermittel vom Denkmalschutz nicht genehmigt wurden.